Gottesdienst zum Nachlesen

Agende für den Musikalischen Gottesdienst zum 1. Adventssonntag

„Macht hoch die Tür!“ – Advent als Aufbruch-Zeit

am 28. November 2021 um 9.30 Uhr in der Friedenskirche Stadtbergen

 

Orgelvorspiel

Eingangslied EG 13, 1-3 („Tochter Zion, freue dich“)

Eröffnung und Begrüßung

L:         Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!
L/G:    Amen.
L:         Der Herr sei mit euch!
G:        Und mit deinem Geist!
L:         Liebe Schwestern und Brüder,
            es ist Advent – Gott sei Dank!

Advent ist Aufbruch-Zeit: Eine Zeit, in der vieles neu werden kann und soll; eine Zeit vor allem der inneren Erneuerung; eine Zeit, in der uns ein Licht entgegen leuchtet, dass wir in dieser dunklen Zeit besonders herbeisehnen.

So feiern wir heute Gottesdienst, in der freudigen Erwartung dieses Lichts –

einen musikalischen Gottesdienst, in dem die Musik unsere Seele ins Schwingen bringt und so empfänglich macht für Gott, der unser festgefahrenes Leben in Bewegung bringen will.

Wir feiern einen Gottesdienst, den unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden mitgestalten: junge, geistig bewegliche Menschen. Das ist besonders schön.

Und so wünsche ich uns allen einen gesegneten Gottesdienst, den wir nun fortsetzen, indem wir uns im Hören der Musik fragen, wie wir den Herrn in unserem Leben empfangen sollen.

Instrumentalstück („Wie soll ich dich empfangen?“)

Adventliche Besinnung

Wie soll ich dich empfangen?, fragen wir uns. Advent ist die Zeit des Aufbruchs. Gott selbst bricht auf, um zu uns zu kommen. Deshalb sollen auch wir aufbrechen zu ihm – ihn empfangen, indem wir ihm entgegengehen.

Wir fragen uns in der Stille: Was hindert mich daran, aufzubrechen? [Stille halten]

Woran bemerke ich, dass Gott in mein Leben kommt? [Stille halten]

Was tue ich in diesem Advent, um mich auf das Kommen Gottes in mein Leben zu konzentrieren? [Stille halten]

Wir fragen uns in der Stille: Welche Menschen sind es, zu denen ich in diesem Advent ganz besonders dringend aufbrechen muss? [Stille halten]

Von wem erwarte ich, dass sie oder er zu mir aufbricht, sich um mich kümmert? [Stille halten]

Welche Krusten an mir müssen aufgebrochen werden, damit Raum für den anderen Menschen und Raum für Gott wird? [Stille halten]

 

Wir alle sind heute in den Gottesdienst aufgebrochen, weil wir längst bemerkt haben, dass Gott in unser Leben gekommen ist. Nach dieser frohen Botschaft haben wir unser Leben jedoch stets neu auszurichten – auch in diesem Advent. Obwohl Gott längst zu uns aufgebrochen ist, bleiben wir oft gedankenlos stehen. Möge Gott uns helfen, es in diesem Advent besser zu machen und neu aufzubrechen. Dazu wird er den Himmel aufbrechen, um vom Himmel zu uns aufzubrechen. „O Heiland, reiß die Himmel auf!“

 
Lied EG 7, 1-5 („O Heiland, reiß die Himmel auf“)
 
Kollektengebet
 
L:         Gott-Vater,
            du lässt den Himmel über unserem Leben nicht bewölkt,
            sondern reißt den Himmel auf, in väterlicher Sorge um uns.
 
            Herr Jesus Christus,
            du selbst bist es, der vom Himmel hernieder kommt,
            ein Mensch wie wir und uns so ganz nahe,
            und wahrer Gott, und so unser Heil, auf das wir warten.
 
            Heiliger Geist,
            du wehst, wo du willst, wehst die Wolken unseres Lebens weg,
            damit jetzt und heute der Himmel für uns aufbricht,
            Gott selbst zu uns aufbricht –
            und wir zu ihm.
 
            Dreieiniger Gott, der du dies unendliche Wunder bist,
            zieh uns heute hinein dieses Wunder.
            Amen.

 

Instrumentalstück („Brich an, o schönes Morgenlicht“)
 
Lesung Jer 23,5-8
 
Glaubensbekenntnis
 
Wochenlied EG 4, 1-5 („Nun komm, der Heiden Heiland“)
 
Predigt (mit Instrumentalstück (Sinfonia (Purcell)) in der Mitte)
 
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Advent ist die Zeit des Aufbruchs. „Aufbruch“ – das ist ein Allerweltswort. Überall hören wir davon. So zum Beispiel von unserer künftigen Bundesregierung, die laut eigenem Bekunden eine Regierung des Aufbruchs sein will. Wir dürfen hier und heute in Frage stellen, ob es Politikerinnen und Politikern derzeit gut ansteht, von „Aufbruch“ und „Zukunft“ zu reden; viele von uns haben das Gefühl, dass die Politik mit ihrem Denken und Handeln eher ein halbes Jahr in der Vergangenheit hängen geblieben ist. Der Advent als Bußzeit mag heuer ganz besonders die Entscheidungsträger angehen, die sich schwerwiegende Verfehlungen zuschulden haben kommen lassen. Aber, liebe Gemeinde, keine Sorge: Ich weiche auch heute nicht ab von meiner Überzeugung, dass ich als Prediger euch das Evangelium zu verkündigen habe – und mich davon nicht von Politik und meinem Ärger darüber ablenken lassen sollte!

Oft sind wir vom Gerede vom „Aufbruch“ nämlich aus einem ganz anderen Grund enttäuscht als dem, dass Politikerinnen und Politiker Fehler gemacht haben; nämlich aus dem Grund, dass viele angekündigte Aufbrüche dann doch nicht allzu viel aufbrechen von dem, was besonders verkrustet ist und was dringend erneuert gehört: nämlich unser Inneres. Unser Herz und unser Denken. Wenn wir meinen, den dafür nötigen Aufbruch könnten wir einfach „machen“, dann nehmen wir den Mund viel zu voll.

Denn das, wonach wir uns mit dieser Rede sehnen – das können wir nicht selbst machen, nicht selbst erzwingen; denn im großen Sinne bedeutet Aufbruch ja so etwas wie das, was Abraham gemacht hat und wovon auch der Prophet Jeremia spricht, dessen Worte wir vorhin gehört haben: Gott im Vertrauen folgen, in ein neues, verheißenes Land – und bereit sein, das Alte und Gewohnte radikal aufzugeben. Diese Kraft hat kein Mensch aus sich, sondern sie muss von Gott kommen. Jeder solcher Weg muss unter der Führung Gottes stehen, der allein die Richtung für unser Leben weiß. Und davon handelt der Advent.

Advent – das heißt: Gott selbst bricht auf zu uns; darum – und nur darum – können auch wir zu ihm aufbrechen. Wir müssen und können nicht zu ihm aufbrechen, bevor er zu uns aufgebrochen ist. Sondern: Er ist schon gekommen. Das ist das erste. Dann erst kommt das zweite: Dass wir auch zu ihm kommen. 

Der Advent ist also eine Bewegung, die vom Himmel ausgeht, die ihren Lauf vom Himmel auf die Erde nimmt. So haben wir es eben im wunderbaren Lied „Nun komm, der Heiden Heiland“ besungen, das ein Echo auf unser Glaubensbekenntnis ist. In diesem Lied heißt es: „Sein Lauf kam vom Vater her und kehrt wieder zum Vater.“ Da mag man sich nun fragen: Wieso geht der Herr denn weg zum Vater, um dann wieder zu ihm zurückzukehren? Die Antwort ist so einfach wie wunderbar: Weil er uns mitnehmen will zum Vater, weil er uns abholen will, bei seiner Hand nehmen will mit in den Himmel. Der Weg Jesu ist also – anders als viele Wege in unserem Leben – kein leeres, geistloses im-Kreis-Laufen, auf das man eigentlich verzichten könnte. Sondern: Jesus will nicht mit leeren Händen zurück zum Vater kommen, sondern uns dabei in seinen Händen halten. Jesus Christus will mit uns zum Vater gehen – und kommt deshalb herab zu uns, um uns abzuholen.

Er holt uns ab dort, wo wir sind. Das bedeutet aber nicht, dass wir einfach nur dasitzen müssten und warten, bis der Herr uns sozusagen am Kittel packt und mit zum Vater nimmt. Sondern es bedeutet: Er ist in unser Leben gekommen und erwartet nun, dass das Folgen für unser Leben hat. Ganz wie ein ersehnter Besuch: Wenn unsere Liebsten zu Besuch kommen, ist es ja auch nicht so, dass sie durch die Haustüre treten – und das war’s, oder es ist dann bloß Stille oder gar der Besuch schon wieder zu Ende. Nein, dann geht es erst richtig los: Vor Freude umarmen wir einander, beginnen gleich zu erzählen – vielleicht sogar so, dass darüber das vorbereitete Essen kalt wird. So schade das sein mag, so schön ist eine solche Erfahrung: Denn sie zeigt sinnbildlich, dass wir die normalen Abläufe aus spontaner Freude über den Besuch unserer Lieben vergessen.

So, liebe Schwestern und Brüder, soll es auch sein im Advent, wenn der Herr zu Besuch kommt. Dass wir die Freude darüber zum Ausdruck bringen, indem wir uns ihm zuwenden, uns Zeit für ihn nehmen; und indem wir die Freude über seinen Besuch in eine Kraft verwandeln, um zumindest ein wenig wie Abraham zu werden. Um ganz konkret in unserem je eigenen Leben Verkrustetes aufzubrechen.

Das können ganz verschiedene Dinge sein: Alte Überzeugungen, Vorurteile, die wir bisher nie hinterfragt haben und nur unbedacht wiederholen; Gespräche mit unseren Freunden oder Nachbarn, die wir bislang nicht gesucht oder aufgeschoben haben, obwohl sie eigentlich geboten wären; eine disziplinierte Gestaltung des Glaubenslebens in der Familie, mit gemeinsamem Beten, Singen, Andachthalten oder auch Diskutieren; eine Entschuldigung, die wir eigentlich auszusprechen hätten; Zeit, die wir uns für unsere Familie nehmen, anstatt immer noch mehr zu arbeiten, obwohl wir oft gar nicht wissen, wozu die Arbeit unser Leben eigentlich derart überwuchern soll. Und vieles mehr: All das ist gemeint, wenn vom Advent als einer „Bußzeit“ die Rede ist. Das biblische Wort, das traditionell mit „Tuet Buße!“ übersetzt ist, lautet im griechischen Original: „metanoeîte!“ – Und das heißt, wörtlich übersetzt, eigentlich: „Denkt um!“ Im Wortsinne von „um“: „Denkt einmal anders-herum!“ Also: Die eigenen Überzeugungen auf den Kopf stellen, auf den Prüfstand stellen, ein wenig verrückter denken als in unserem spießigen Alltag gewohnt – vieles in Frage stellen und sich nicht einreden, es wird schon alles seine Richtigkeit haben. So brechen wir zu dem auf, der zu uns aufgebrochen ist.

Dass er zu uns aufgebrochen ist, ist ja seinerseits schon etwas, das wir nur verstehen können, wenn wir anders herum denken. Denn von sich her käme unser Denken nie auf die Idee, dass Gott Mensch wird und zu uns kommt; Gott, das scheint doch alles mögliche zu sein, bloß kein Mensch. Denkst du!, können wir sagen. Gott ist anders, und er hat uns gezeigt, dass er anders ist. Nicht, indem er einen Vortrag über sich selbst gehalten hat, sondern indem er zu uns aufgebrochen ist, auf die Welt gekommen ist und uns sozusagen vorgeführt hat, wer er ist. Und dabei hat er uns ziemlich vorgeführt; uns vor Augen geführt, wie peinlich unser verkrustetes Leben ist, und was eigentlich aus unserem Leben werden sollte und könnte.

Das mit dem Aufbruch ist aber nun bekanntlich eine schwierige Sache, liebe Schwestern und Brüder! Denn wir haben nun einmal den Hang, nicht aufzubrechen, sondern alles beim Alten zu lassen. Das ist eine Bedeutung dessen, was die christliche Tradition „Sünde“ nennt: Alles beim Alten zu lassen. Denn das ist ja eine Spielart des auf-sich-selbst-Verlassens; beim Alten lassen wir die Dinge deshalb so gerne, weil wir das, was wir kennen, beherrschen können und dann scheinbar auf niemanden außer uns selbst angewiesen sind. Das ist das Bild des perfekten Managers, das uns heute von allen Seiten eingeredet wird. Im Advent aber müssen wir schlicht aufhören, zu managen – nicht, um unseren Alltag im Chaos versinken zu lassen, aber, um von uns selbst abzulassen, damit wir uns von dem kommenden Herrn be-arbeiten lassen. Der aber arbeitet an uns nicht wie ein Manager an seinem Personal; sondern in seiner eigentümlichen Macht, die eine Macht der Zartheit ist. Er bearbeitet uns, indem er uns aus der Krippe entgegenstrahlt – und zeigt, dass das Strahlen eines Kindes die ganze Welt alt aussehen lässt.

Kinder und Jugendliche sind wohl genau deshalb so begeistert von Advent und Weihnachten, weil ihnen das Aufbrechen viel geläufiger ist als uns Alten. Und so ist es besonders schön, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass ihr heute hier seid – und nicht nur hier seid, sondern mitwirkt und Aufbruch-Stimmung verbreitet. Durch eure Worte in der Liturgie und auch durch die Musik. Die Musik hilft uns immer wieder beim Aufbrechen. Denn sie bringt uns ins Schwingen, unsere Seele in Bewegung – und genau das ist es ja, was wir brauchen, wenn wir in unserem Leben neu aufbrechen wollen. Um das Wort dieser Predigt also auch musikalisch wirksam werden zu lassen, dürfen wir nun noch einmal ein Stück von euch hören:

[Instrumentalstück]

Habt ihr’s gemerkt, liebe Schwestern und Brüder? Mit der Musik kommen wir in Bewegung, in innere Bewegung, in Aufbruch-Stimmung. Und die Musik lässt auch dasjenige wirklich werden, was wir vorhin als Besuch Gottes in unserer Welt beschrieben haben. Denn in der Musik dringt etwas von Gott zu uns, berührt unsere Seele – und erfreut uns zutiefst; und so verbindet Musik auch Menschen miteinander: sowohl die, die gemeinsam musizieren, als auch die, die gemeinsam hören. Die Musik spannt so einen gemeinsamen Raum unter uns auf.

Das aber führt uns – auf überraschende Weise – in die Mitte unseres heutigen Lesungs- und Predigttextes, den wir vorhin gehört haben. Dort spricht der Prophet Jeremia davon, wie die Wirklichkeit sein wird, wenn der Besuch Gottes bei uns auf Dauer gestellt ist; wenn sozusagen einmal immer Weihnachten sein wird. Da ist es dann auch so, dass alle Menschen bei allen zu Besuch sind – nicht nur unsere Lieben, die wir schon heute gerne zu Besuch haben. Die Vision ist also, dass alle Menschen zueinander und füreinander zu solchen Lieben werden – oder jedenfalls zu wahren Mit-Menschen, zu Schwestern und Brüder –, liebe Schwestern und Brüder! Ich lese noch einmal die zentralen Sätze aus dem Buch Jeremia vor:

„Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der Herr, dass man nicht mehr sagen wird: »So wahr der Herr lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat!«,  sondern: »So wahr der Herr lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel heraufgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.« Und sie sollen in ihrem Lande wohnen.“

Jeremia beschreibt in diesen Worten also auch einen Aufbruch; einen Aufbruch, der so radikal ist, dass er die verschiedenen Orte, von denen wir aufbrechen, zu einem Land zusammenführt, das für alle „ihr“ Land ist. Wo alle ein Zuhause haben dürfen. Diese Vision bleibt in dieser unseren Welt noch Zukunft, Gegenstand der Hoffnung – und ist noch nicht Wirklichkeit; aber sie wird Wirklichkeit in der neuen Welt, die der Herr schaffen wird, wenn er endgültig zu Besuch kommt und dann bleibt, also nicht mehr nur Besucher, sondern allgegenwärtiger Vater sein wird. Noch ist diese Zukunft nicht Wirklichkeit; aber sie muss schon jetzt, in dieser Welt, der Orientierungspunkt unseres Aufbruchs sein. Dann stellt sich eine ganz konkrete Frage an uns: Wo schaffen wir es, in diesem Advent so aufzubrechen, dass wir wirklich und neu mit anderen zusammenkommen?

Zum Schluss möchte ich hierzu noch ein konkretes Beispiel geben, das heute aus offensichtlichem Anlass besonders an Platze ist: nämlich das neu-Zusammenkommen der Generationen. Es ist sehr beeindruckend, wie ihr, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, hier auftretet; und ihr seid – auch für die Kirche – sozusagen Experten im Aufbruch. Denn in eurem Alter ist ja so ziemlich alles in Bewegung. Und da ist es gut, wenn ihr euch nicht von den Alten einreden lasst, es dürfte nicht so sein – aber: Ihr dürft doch immer wissen, dass ihr all das, was euch umtreibt, nicht allein im Griff haben müsst. Da gibt es liebe Menschen um euch, die euch helfen – aber eben auch den Gott, der euch seit der Taufe begleitet, und zu dem ihr ja deshalb neu Ja sagt, weil ihr glaubt, dass er euch wirklich begleitet. Er wird euch auch durch diese turbulenten Zeiten begleiten! Und denkt auch daran: So sehr die Älteren manchmal nerven, so sehr haben sie einen längeren Weg mit unserem Gott hinter sich. Und es ist schön, wenn sie erzählen, wenn sie ihren Weg mit euch teilen.

So, liebe Schwestern und Brüder, besteht gar keine Konkurrenz zwischen den Jungen und die Alten: Wenn die Alten die Jungen jung sein lassen und sich von ihnen eine Scheibe abschneiden; und wenn die Jungen wahrnehmen, was die liebenswürdige Weisheit der Alten ist. Die aber ist nur eine, wenn sie sich nicht in einfachen Ratschlägen erschöpft, sondern wenn sie jungen Menschen etwas erzählt oder ihnen etwas vorlebt. Dann liegt es an deren Freiheit, was sie daraus machen.

So können wir alle aufbrechen, egal ob alt oder jung – und wie Abraham, der eigentlich schon alt war, noch einmal jung werden, wie auch er es geworden ist. Denn das dürfte ja das mit offensichtlichste sein: Am besten Advent und Weihnachten feiern können die Jungen, die Kinder – das aber schließt nicht nur die ein, die ohnehin Kind sind, sondern auch die, die trotz höheren Alters Kind geblieben oder wieder geworden sind. Wem es noch nicht gelungen ist, wieder wie ein Kind zu werden – dieser Advent bietet die Gelegenheit dazu, zum Aufbruch in den Reichtum des Kindes. Denn wir gehen ja auch auf ein Kind zu, das längst auf uns zugegangen ist. Lasst uns ihm die Türen unseres Lebens öffnen!

Gott gebe uns seinen Segen für den adventlichen Aufbruch, sodass wir aus tiefem Herzen singen können: „Macht hoch die Tür!“ Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Predigtlied EG 1, 1-3 („Macht hoch die Tür“)
 
Abkündigungen […]
 
Instrumentalstück („Joy to the World“)
 
Dank- und Fürbittgebet
 
Wir wollen gemeinsam beten: Dank und Fürbitte halten.
Allmächtiger und barmherziger Gott,
du brichst auf zu uns.
Gib uns den Schwung, dass auch wir zu dir aufbrechen können!
 
Steh du allen bei, die besonders unter der Corona-Pandemie leiden;
sei besonders bei allen Kranken, bei allen Sterbenden, bei allen Trauernden und allen Einsamen. Brich du zu ihnen auf und schenke ihnen deine Nähe!
 
Herr, lass uns neu zueinander aufbrechen.
Lass uns unseren Mitmenschen neu begegnen.
Lass uns die Zeit gut nutzen, die du uns schenkst.
Hilf uns, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, damit wir uns gut auf das Weihnachtsfest vorbereiten können.
 
Wir bitten dich, Herr, für unsere Familien. Lass sie Orte deiner Liebe sein und beschütze sie mit deiner segnenden Hand. Führe die Generationen zusammen und lass sie einander wertschätzen: die Älteren mit ihrer reichen Erfahrung, und die Jüngeren mit ihrem erfrischenden Schwung.
 
Wir bitten dich, Herr, für deine Kirche, für ihren immer nötigen Aufbruch zu dir.
Eigens bitten wir dich für die jungen Menschen, die besonders für diesen Aufbruch stehen. Segne unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ihrem Aufbruch zu dir. Sei auch bei allen Schülerinnen und Schülern, bei allen Auszubildenden und Lernenden, bei allen Studierenden – leite sie alle auf einem guten Weg, der sie auch zu dir führt.
Hilf uns allen, dass wir die Tore in der Welt weit und unsere verriegelten Türen hoch machen – offen für dich!
In der Stille bringen wir vor dich, was uns ganz persönlich heute bewegt. [Stille halten]
Alles Ausgesprochene und Unausgesprochene legen wir voll Vertrauen in das Gebet, das uns unser Herr und Bruder Jesus Christus selbst zu beten gelehrt hat: Vater unser …
 
Vaterunser
 
Schlusslied EG 1, 4-5 („Macht hoch die Tür“)
 
Dank / Sendung und Segen
 
[Worte des Dankes an die Mitwirkenden.]
 
L:         Und nun geht in diesen 1. Adventsonntag, in die neue Woche, in die gesamte Adventszeit – und in alle Tage eures Lebens – mit und unter dem Segen des Herrn.
Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch (+) Frieden.
 
L/G:    Amen.
 
Orgelnachspiel