Gottesdienst zum Nachlesen

„WIE MAN 20 DEPRESSIVE OSTWESTFALEN GLÜCKLICH MACHT“
Gottesdienst am sechsten Sonntag nach Trinitatis
19. Juli 2020 Friedenskirche Stadtbergen


Begrüßung
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Manchmal hören wir Gottes Wort als Gebot. Aber sein Wille kommt am deutlichsten in seinem Evangelium zum Ausdruck. Dem Wort, das befreit und lebendig macht. Darauf sollen wir zuerst hören. Denn er will uns alle Tage frei machen und mit Leben erfüllen. Wer dieses Wort gehört hat, der weiß, dass er auch dem Gebot Gottes trauen kann. Ich wünsche uns einen gesegneten Gottesdienst.
Amen.

Lied zum Eingang EG 455, 1-3 Morgenlicht leuchtet
1 Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang. Frühlied der Amsel, Schöpferlob klingt
Dank für die Lieder, dank für den Morgen, Dank für das Wort, dem beides entspringt.
2 Sanft fallen Tropfen, sonnendurchleuchtet. So lag auf erstem Gras, erster Tau.
Dank für die Spuren Gottes im garten, glänzende Frische, vollkommnes Blau.
3 Mein ist die Sonne, mein ist der Morgen, Glanz, der zu mir aus Eden aufbricht!
Dank überschwenglich, Dank Gott am Morgen! Wiedererschaffen grüßt uns sein Licht.

Im Angesicht Gottes
Wir sind hier versammelt, weil wir von der Frohen Botschaft leben. Sie verbindet uns mit Gott. Er begleitet uns mit seiner Liebe. Dennoch ertappen wir uns dabei, wie wir vor Gott davonlaufen. Sein Gebot missachten. Die Orientierung verlieren. An uns scheitern. Uns selbst nicht helfen können. Deshalb lasst uns vor Gott treten und ihn bitten:
Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er vergebe uns unsere Sünde und führe uns zum ewigen Leben. Amen.
Der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt. Jesus Christus ist für uns gestorben. Durch ihn vergibt uns Gott, und macht uns zu seinen Kindern. Wer glaubt und getauft wird, der wird selig werden. Trotz allem. Amen.

Wochenpsalm 139
1 HERR, du erforschest mich
und kennest mich.
    2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
    du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
    4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
    das du, HERR, nicht alles wüsstest.
5 Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
    6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
    ich kann sie nicht begreifen.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
    8 Führe ich gen Himmel, so bist du da;
    bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
    10 so würde auch dort deine Hand mich führen
    und deine Rechte mich halten.
11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken
und Nacht statt Licht um mich sein –,
    12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,
    und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Friede, den Menschen ein Wohlgefallen.

Gloriavers EG 272
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen. Erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinen Namen.
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen.
[Refrain]
Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!
Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir. Halleluja!

Gebet
Gott, du willst uns in Liebe begegnen und musst uns doch immer wieder auch ermahnen und zur Umkehr rufen. Hilf uns, diesen Ruf immer Wieder neu zu verstehen, ihm zu trauen und ihm folgen. Öffne uns für dein Wort, mit dem du uns zurechtbringst, aber nicht verurteilst. Stärke unseren Glauben und belebe uns mit deinem heiligen Geist. Amen.

Predigttext aus dem 5. Buch Mose (Deuteronomium), Kap. 7
6 Du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. 7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, 8 sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der HERR euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. 9 So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten, 10 und vergilt ins Angesicht denen, die ihn hassen, und bringt sie um und säumt nicht, zu vergelten ins Angesicht denen, die ihn hassen. 11 So halte nun die Gebote und Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, dass du danach tust.
12 Und wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und danach tut, so wird der HERR, dein Gott, auch halten den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern geschworen hat.

Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 200,1.2.4 Ich bin getauft auf deinen Namen
1 Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist;
ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt;
Ich bin in Christus eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt.
2 Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt;
du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt;
du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein.
4 Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn;
wenn aber ich ihn überschreite, so lass mich nicht verloren gehn;
nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan.

Predigt
Liebe Gemeinde,
Rheinländer gelten als frohsinnige Menschen, Ostwestfalen eher als das, was mein Schwiegervater als „Muhackl“ bezeichnen würde: stur, redefaul und abweisend. Der von mir sehr geschätzte katholische Theologe und Psychiater Manfred Lütz ist Rheinländer und das merkt man. Er schreibt vergnügliche, aber deshalb nicht platte Bücher mit Titeln, wie: „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden.“ Hören Sie aus genau diesem Buch zum Anfang der Predigt einige Zeilen:

„Mein Freund Burkhard ist schwer geistig behindert, bekommt keinen Satz grammatikalisch richtig auf die Reihe, aber er führt ein in jeder Hinsicht gelungenes Leben. Wenn man ihn in eine Gruppe von 20 depressiven Ostwestfalen setzt, bekommt er die in 20 Minuten in beste Stimmung. Burkhard ist die Stimmungskanone in einer Gruppe behinderter und nicht behinderter Jugendlicher, die ich vor über dreißig Jahren in Bonn mehr oder weniger zufällig gegründet habe. Eigentlich war das gar nicht geplant. Die jungen Leute waren im Jahr der Behinderten 1981 gemeinsam nach Rom gefahren, ganz ohne professionelle Betreuer. Anschließend sollte Schluss sein. Aber es war nicht Schluss. Viele Freundschaften waren entstanden und so wollte man sich weiter treffen, wieder wegfahren, neue junge Leute mitnehmen, und so geht das bis heute. Das Besondere der Gruppe sind nicht die Behinderten, sondern die vielen engagierten Nichtbehinderten. Und ich glaube, dass die kommen, weil Behinderte einfach interessanter sind als wir nichtbehinderte Normopathen, weil sie im Grunde oft mit all ihren Einschränkungen ein gelingenderes Leben führen als Menschen ohne Handicaps, die unter ständigem Erfolgsdruck durch’s Leben hetzen.“

Hier unterbrech’ ich mal kurz, um dieses Wort aufzugreifen, das Lütz da erfunden hat: „Normopathen“. Hab ich noch nie gehört. Aber sofort verstanden. Aus Jux und Dollerei hab ich mal einem Dozenten, der meinte: „Das wird ein ganz lockeres Treffen“ geantwortet: „Wenn ich ‚ganz locker‘ höre, werd’ ich immer ganz nervös. Darauf er: „Herr Weiner, bringen Sie bitte einige Blätter in DIN A4 mit, zwei Bleistifte und einen Spitzer.“ Der hat’s auch verstanden: Was nämlich ein Normopath ist. Wir kommen später noch ausführlich drauf.

Im Text von Lütz geht es folgendermaßen weiter: „Behinderte leben bewusster an den Grenzen ihrer Existenz, von denen wir Nichtbehinderte leichter weggaffen können. Denn auch wir Nichtbehinderte haben natürlich Grenzen unserer Fähigkeiten, auch wir sind, wie alle Menschen auf Hilfe angewiesen, es fällt uns nur nicht so auf. Doch wer diese Grenzen nicht sieht, dem kann das Leben nicht gelingen.“ Zitat Ende

Was hat das jetzt alles mit unserem heutigen Predigttext zu tun? Sehr viel. Und das Verbindungsstück ist genau dieses Wort „Normopath“, das Lütz erfunden hat. Das ist einer, der an Normen, also an Vorschriften erstickt oder von ihnen erdrückt wird, kurz: Einer, der unter dem ständigen: „Du musst“ leidet: „Normopath“. Und nicht nur leidet, sondern der ohne das, worunter er leidet, auch nicht auskommt. Dem fehlt was, wenn der Druck weg ist, womit er nicht klarkommt. Also genau das, was ich in meiner Bemerkung dem Dozenten gegenüber auf die Schippe nehmen wollte.

Um Normen, also Gesetze oder Gebote geht es auch in unserem Predigttext, wie wir uns erinnern. Genauer: Um die „Zehn Gebote“, im Kern jedenfalls und den darum herum entwickelten 617 Ausführungsbestimmungen, die der fromme Jude „Das Gesetz“ nennt. Die Thora, die der Mittelpunkt jeder Synagoge ist. Gottes Gesetz oder Gebot, nachdem der Mensch leben soll. Auch der christliche Mensch, der nichts anderes ist, als der Nachkomme der jüdischen Gemeinschaft, die durch ihn allerdings keineswegs überholt ist. Und wenn es um das Gebot Gottes geht, dann kommt bei sehr vielen Menschen einiges durcheinander. Das erste ist schon mal, dass alles was mit „Du sollst“ anfängt, abgelehnt wird: „Autoritärer Quatsch“ ist das dann. „Unterdrückung der Freiheit“. Gott als Despot, dem nichts besseres einfällt, als die Menschen zu gängeln, damit er mit ihnen machen kann was er will. Hätte er sie doch gleich friedlich und großzügig geschaffen, bräuchte es das alles nicht. Und Gott schon gar nicht.

Das passt nur leider ganz und gar nicht zu dem, was da in unserem Predigttext von diesem Gott erzählt wird, bzw. daran erinnert: „Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, sondern weil er euch geliebt hat und damit er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat. Darum hat der HERR euch herausgeführt mit mächtiger Hand und hat dich erlöst von der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.“ Ausgesprochen hinderlich ist allerdingds in diesem Zusammenhang der Hang der Juden, so immens viel Respekt vor ihrem - und unserem - Gott zu haben, dass sie überall in der hebräischen Bibel, wo ursprünglich das Wort „Jahwe“ stand (der Name Gottes, der heißt: „Ich will mit dir sein“), Adonaj eingesetzt haben: „Mein Herr“. Aber selbst das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass von dem biblischen Gott von Anfang als von einem Liebenden und als einem Befreier erzählt wird - so auch hier.

Wie kann ein Liebender ein Despot sein? Und was müssen seine Gebote dann sein, wenn er ein Befreier genannt werden muss? Hier zeigt sich, wer in Wirklichkeit hinter einem Verständnis der Gebote Gottes, als einem Zwangssystem steckt. Der Mensch nämlich. Genauer: Der Mensch, der als „Normopath“ durch die Welt läuft und nervös wird, wenn ihm keiner sagt, wo’s lang geht und wieviel Bleistifte er mitzubringen hat. Ein Behinderter wie der Freund von Manfred Lütz kann das nicht sein, der ist erstaunlich frei, sein Leben und seine eigenen Fähigkeiten zu nehmen, wie sie nun einmal sind, seinen Grenzen auch mal auf der Mauerkrone herumzutanzen und andere damit zu amüsieren, sogar die schwer aus ihrer Depression herauszubringenden Muhackl oder Ostwestfalen. Lütz würde sagen: Der führt ein gelungenes Leben. Nämlich wenn man genau das als gelungen bezeichnet, was das Leben eines geistig Behinderten ermöglichen kann. Das aber leuchtet den meisten Nichtbehinderten - jedenfalls nicht sofort ein. Und insgesamt eher schwer.

Vielleicht hängt das damit zusammen, dass sie mit ihren Grenzen nicht so gut klarkommen, wie Behinderte, darauf weist ja auch Lütz - sicher auch aus seiner Erfahrung als Psychiater hin. Und wenn wir in unseren Bibeltext schauen, dann hat ja auch das Alte Israel so ein Handicap: „Denn du bist das kleinste unter allen Völkern“, heißt es da. Und wir erfahren aus dem Alten Testament - das alles andere als zum „Alten Eisen“ gehört, dass Israel an dieser Begrenzung immer wieder schwer zu knabbern hatte - bis heute. Immer wieder hat Israel groß sein wollen. Und hat darüber - die Propheten haben sich daran die Zähne ausgebissen - die Gebote Gottes oft gründlich verdrängt, bis hin zum König David, der sogar einen Mord beging, weil ihm eine Frau so gut gefiel. Wie sagte Lütz in seiner kleinen Geschichte mit Schlussfolgerungen: „Sie hetzen unter ständigem Erfolgsdruck durch’s Leben“. Die attraktive und glücklich verheiratete Frau in seinen Harem eingliedern zu können hat dem König David sicher mächtig Prestige eingebracht. Aber auch Feinde und Neider, die nur darauf lauerten, die Schwächen des Königs in ihren Erfolg umzumünzen.

Und genau aus diesem Grund gibt Gott sein Gebot: Um normopathische Erfolgsjäger vor sich selber zu schützen. Barmherzigkeit - die selten verdächtigt wird, besonders erfolgsträchtig zu sein - über den Hass zu stellen, der viel zu oft überschätzt wird, was seine Erfolgsaussichten angeht. An dieser Stelle im Text müssen wir nämlich unterscheiden zwischen dem, der für Barmherzigkeit wirbt und der deswegen auch der Barmherzige ist. Und andererseits dem, der den Hass verurteilt und genau deswegen nicht in Hass verfällt. Der hier im 5. Buch Mose diejenigen umbringt, die ihn hassen, ist nicht Gott, ist nicht Jahwe, der die Wege der Menschen mitgeht. Er ist allenfalls der falschverstandene Herr, den sich die unter Gott vorstellen, denen der Hass die Züge verzerrt hat. Aber der den Hass aburteilt, der ist schon Gott, allerdings ganz anders, als wir es erwarten. Es ist der Christus am Kreuz. Dort nämlich findet dieses Aburteilen allen Hasses statt. Dort zeigt dieser Hass sein wahres Gesicht, dem nicht zu trauen ist und dem auch nicht die Zukunft gehört, auch wenn es oft genug so aussehen mag oder Menschen es sich so zurechtlegen. Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

Wenn wir Gottes Gebote anschauen, dann sind sie zuerst einmal schlicht und ergreifend vernünftig. Weshalb sie in ähnlicher Form, jedenfalls teilweise in vielen Kulturen gelten. Neben ihrer Vernünftigkeit, die Gott in jedem Menschen angelegt hat übrigens, sind sie aber auch ein Hoffnungszeichen. Wer keine fremden Götter hat außer dem richtigen, der kommt erst gar nicht auf die Idee, dass so etwas, wie Erfolg das Erstrebenswerteste im Leben sei. Lütz’s Behinderte können mit so einer Vorstellung nicht viel anfangen. Und führen ein gelungenes Leben. Und wenn wir’s uns recht überlegen, dann sind auch die anderen Gebote höchst vernünftig, zukunftsträchtig und gemeinschaftsfördernd. Natürlich muss man sie interpretieren. Das Wort „Ehebruch“ ist schnell gesagt, was aber dahinter steckt an schiefgelaufener und dahingeschluderter Beziehung, das kann man mit so einem Schlagwort nicht entwirren. Manchmal ist es besser, dass sich zwei trennen, aber grundsätzlich bleibt es ein Segen, dass zwei Menschen - nicht unbedingt in allen Fällen eine Frau und ein Mann - ihr Leben durch dick und dünn gemeinsam verbringen. Und wenn wir genau hinsehen, dann entdecken wir diesen zielführenden und zum Gelingen bringenden Sinn in allen Zehn Geboten und in vielen ihrer Ableger. „ Und wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und danach tut, so wird Jahwe, dein Gott, auch halten den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern geschworen hat.“ Es wird uns immer wieder gut gehen damit oder auch einmal über Durststrecken hinweghelfen, dieses Vertrauen haben zu können. Das wünsche ich uns allen.
Amen.

Lied EG 295,1-3 Wohl denen, die da wandeln
1 Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit,
nach seinem Worte handeln und leben allezeit;
die recht von Herzen suchen Gott und seine Zeugniss' halten,
sind stets bei ihm in Gnad.
2 Von Herzensgrund ich spreche: dir sei Dank allezeit,
weil du mich lehrst die Rechte deiner Gerechtigkeit.
Die Gnad auch ferner mir gewähr; ich will dein Rechte halten,
verlaß mich nimmermehr.
3 Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt.
Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden werd.
Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen
den Weg deiner Gebot.


Abkündigungen


Liedvers EG 295,4 Dein Wort, Herr nicht vergehet
4) Dein Wort, Herr, nicht vergehet, es bleibet ewiglich,
so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich;
dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleichwie der Grund der Erden,
durch deine Hand bereit’.

Gebet
Ewiger Gott, du liebst diese Welt, weil du die Liebe bist.
Du liebst die Kleinen, du liebst die Schwachen.
Erinnere dich daran, dass du die Kleinen den Großen vorziehst.
Erinnere dich daran, dass sie die Kleinen deine Liebe nötiger brauchen.
In diesem Corona-Sommer fragen die Kleinen, wie es nach den Ferien weitergehen wird.
Sie erleben die Angst und die Sorgen der Erwachsenen.
Deine Liebe mache sie mutig. Deine Liebe stärke in ihnen das Vertrauen.
Deine Liebe behüte sie in diesem Sommer.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Ewiger Gott,erinnere dich daran, dass du die Schwachen vor den Starken schützt.
Erinnere dich daran, dass die Schwachen deine Hilfe brauchen.
In Syrien herrscht Angst, die Mächtigen verhindern den Frieden und versperren den Weg für Hilfe.
Deine Liebe verwandele die harten Herzen der Machthaber.
Deine Liebe mache die Friedensstifter erfinderisch. Deine Liebe bewahre die Schwachen vor dem Tod.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Ewiger Gott,erinnere dich daran, dass deine Schöpfung von deinem Atem lebt.
Erinnere dich daran,dass wir dein Volk sind und dein Eigentum.
Du schenkst den Getauften deinen heiligen Geist.
Deine weltweite Kirche braucht dein Wort und Sakrament. Deine Liebe belebe uns jeden Tag.
Im Namen Jesu Christi, zu dem wir gehören, vertrauen wir dir
die Kleinen, die Schwachen und alle die zu uns gehören, an.
Deine Liebe bleibe bei uns, heute und alle Tage.
gemeinsam lasst uns beten:

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied zum Ausgang EG 268,4-6 Wenn wir jetzt weitergehen (Jede Zeile wird wiederholt)
1 Wenn wir jetzt weitergehen, dann sind wir nicht allein.
Der Herr hat uns versprochen, bei uns zu sein.
2 Wir nehmen seine Worte und Taten mit nach Haus
Wir richten unser Leben nach seinem aus.
3 Er hat mit seinem Leben gezeigt, was Liebe ist.
Bleib bei uns heut und morgen, Herr Jesu Christ.

Segen
Und der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnä-dig.Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.